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Was der LastPass-Verstoß jedem Unternehmen über die...

LastPass verschlüsselte die Daten seiner Nutzer. Die Tresore wurden dennoch exfiltriert. 600K+ Okta-Daten folgten.

March 17, 20268 min Lesezeit
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Der Angriff, der die Cloud-Sicherheit veränderte

Aktualisiert für 2026

Der LastPass-Angriff von 2022 handelt nicht hauptsächlich von Passwort-Managern. Er handelt von Vertrauen. Unternehmen haben einem Cloud-Anbieter sensible Daten anvertraut. Dieses Vertrauen wurde gebrochen — nicht durch Leichtsinn, sondern durch versteckte Mängel.

LastPass vermarktete ein Zero-Knowledge-Design. In der Praxis war es kein echtes Zero-Knowledge. 25 Millionen Nutzer hatten ihre verschlüsselten Tresore gestohlen. Der Angriff wurde erstmals im August 2022 bekannt. LastPass aktualisierte seine Offenlegungen mehrfach bis Ende 2022, als das volle Ausmaß klar wurde.

Für Firmen in Gesundheitswesen, Finanzen und Recht war dies keine ferne Nachricht. Diese Branchen haften direkt, wenn Daten abfließen. Der LastPass-Fall war eine klare Vorwarnung für ein größeres Problem.

Zwei Schwächen, die den Angriff ermöglichten

Die Analyse nach dem Angriff fand zwei Hauptschwachstellen.

Schwache Schlüsselableitung. LastPass nutzte PBKDF2 für die Schlüsselableitung. Neuere Konten hatten 100.100 Iterationen. OWASP empfiehlt 600.000. Bei älteren Konten — einige vor 2018 — lag der Wert bei nur 1 Iteration. Weniger Iterationen machen Brute-Force-Angriffe schnell und billig. Angreifer mit den Tresordaten konnten Master-Passwörter in hohem Tempo testen.

Metadaten im Klartext. Tresorinhalte waren verschlüsselt. Metadaten aber nicht. URLs, Benutzernamen und Dienstnamen waren alle im gestohlenen Datensatz sichtbar. Angreifer konnten sehen, bei welchen Diensten jeder Nutzer Konten hatte. Das ermöglichte gezieltes Phishing und Credential Stuffing — ohne den Tresor knacken zu müssen.

Dieser Fall zeigt, warum zwei Fragen getrennt gestellt werden müssen. "Ist das Design Zero-Knowledge?" ist eine Frage. "Ist die Umsetzung korrekt?" ist eine andere.

Okta 2023: Ein anderer Weg zum selben Ergebnis

Im Oktober 2023 meldete Okta einen Angriff. Ein gestohlenes Anmeldedatum gab einem Angreifer Zugang zum Kundensupport-System. Der Angriff legte 600.000+ Support-Datensätze offen. Dazu gehörten Dateien, die Kunden in Support-Sitzungen hochgeladen hatten.

Okta ist eine Plattform für Identitätssicherheit. Das Problem war kein Designfehler. Es war ein Zugangskontrollfehler. Ein Support-Mitarbeiter hatte sein Anmeldedatum verloren. Der Angreifer nutzte diese gültige Anmeldung, um auf sensible Daten zuzugreifen.

LastPass und Okta zeigen die zwei Hauptwege zu einem Anbieterangriff:

  • Designfehler — Zero-Knowledge-Versprechen, die nicht korrekt umgesetzt wurden
  • Zugangskontrollfehler — gültige Anmeldedaten, genutzt für unerlaubten Datenzugang

Zero-Knowledge-Design verhindert den ersten Typ. Es stoppt keinen Angreifer mit gültigen Support-Anmeldedaten. Aber es blockiert den Zugriff auf Kundendaten im Klartext. Der Anbieter hält nie entschlüsselbaren Inhalt vor. Mehr dazu in unserer Sicherheits- und Compliance-Übersicht.

SaaS-Sicherheitsvorfälle stiegen 300 % in zwei Jahren

Obsidian Security fand einen 300%igen Anstieg bei SaaS-Sicherheitsvorfällen von 2022 bis 2024.

Das ist kein 300%iger Anstieg bei Angreiferfähigkeiten. Zwei Kräfte trieben ihn an. Die SaaS-Nutzung wuchs schnell. Angreifer folgten den Daten. Ein Anbieterangriff kann Daten von Dutzenden Unternehmenskunden auf einmal freilegen. Dieses Kosten-Nutzen-Verhältnis bevorzugt Angriffe auf Anbieter gegenüber Einzelunternehmen.

Unternehmen, die Cloud-Plattformen als sicher eingestuft haben, müssen diese Sichtweise aktualisieren. SaaS-Anbieter sind heute primäre Ziele.

Fragen für jeden Cloud-Anbieter

Diese Checkliste deckt die wichtigsten Bereiche ab.

Verschlüsselung:

  • Fragen Sie nach Schlüsselableitungsalgorithmus, Iterationsanzahl und Speicherparametern.
  • Bestätigen Sie, dass die Iterationsanzahl OWASP-Mindestanforderungen erfüllt: 600.000 PBKDF2-SHA256 oder entsprechendes Argon2id.
  • Prüfen Sie, ob die Schlüsselableitung auf Ihrem Gerät läuft, nicht auf Anbieterservern.

Metadaten-Offenlegung:

  • Fragen Sie, welche Metadaten im Klartext neben verschlüsselten Inhalten gespeichert werden.
  • Fordern Sie ein Datenmodell an, das zeigt, welche Felder verschlüsselt sind und welche bei einem Angriff sichtbar wären.

Support-Zugang:

  • Fragen Sie, ob Support-Mitarbeiter auf Kundendaten zugreifen können.
  • Bestätigen Sie, dass Support-Systeme keinen Zugang zu Klartext-Kundendaten haben.

Angriffsverlauf:

  • Fordern Sie alle früheren Sicherheitsvorfälle an, auch solche unterhalb der Meldeschwelle.
  • Bewerten Sie, wie vollständig und ehrlich frühere Offenlegungen waren.

Der LastPass-Angriff war ein Umsetzungsfehler und ein Transparenzfehler. Anbieter mit klaren Antworten ermöglichen echte Risikoeinschätzung. Anbieter mit vagen Aussagen lassen Risiken verborgen. Diese Risiken zeigen sich meist erst nach einem Angriff. Mehr in unserer Compliance-Übersicht.


anonym.legal nutzt Zero-Knowledge-Architektur für PII-Anonymisierung. Die Schlüsselableitung läuft per Argon2id in Ihrem Browser oder Desktop-App. Verschlüsselung erfolgt, bevor Daten Ihr Gerät verlassen. Server speichern nur Chiffretext, den sie nicht entschlüsseln können. Mehr erfahren.

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